
Als
Schutzpatronen für seine Tier-Mensch
Seelsorge hat sich
der ANIMALPASTOR
den heiligen Hieronymus (331- 420)
erwählt
und
daher möchte ANIMALPASTOR am 30.
September, an dem Tag, an dem der Heilige Hieronymus
an die Pforte des Himmels geklopft
hat, am Tag seines Todes
ein inbrünstiges Gebet
an den Himmel schicken, einen ernsten Gottesdienst
veranstalten und dabei für die gesamte Tierwelt, im Besonderen
für die leidende
und gequälte Tierwelt beten.
Warum
gerade der heilige Hieronymus? Warum haben wir
uns ausgerechnet ihn zum Patron gewählt?
Warum nicht den heiligen Franciscus oder den heiligen
Rochus? Heilige, die mittlerweile als Tierschutzpatrone gelten und mit
Tieren beinahe
automatisch in Zusammenhang gebracht werden?
Was
ist uns am heiligen Hieronymus so wichtig, was fasziniert
uns so an ihm?
Hieronymus gehört zu den großen Kirchenlehrern und
den bedeutendsten Persönlichkeiten der Kirchengeschichte
überhaupt.
Dieser
Heilige war ein Mensch, der von sich selbst
viel verlangte und nichts von diesen Wachsfiguren, ja
„Scheinheiligen“ hatte,
die (auch in der Politik) mit wunderbaren Programmen und Reden
auftreten und
dabei eigentlich nur ihre eigenen Interessen verfolgen.
Der heilige Hieronymus war ein Asket! Er lebte als Einsiedler
und war bereit auf vieles zu verzichten, um einer gerechten Sache zu
dienen.
Jede
sinnvolle Initiative, die dem bedrohlichen Klimawandel vorbeugen soll, jede
sinnvolle Initiative, die
die ökologischen Katastrophen nachhaltig verhindern soll,
fängt beim Verhalten
eines jeden einzelnen Menschen an.
Wir brauchen heute dringender denn je solche
Menschen,
die bereit sind für eine gerechte Sache ihr Leben einzusetzen
und dabei auf
vieles zu verzichten. Der heilige Hieronymus war einer von ihnen.
Er
war ein kluger Mann. Er war ein gebildeter Mann,
der in Gottes Wort verliebt war (in der Geschichte als derjenige
bekannt, der
die Bibel in die lateinische Vulgata
(was
soviel bedeutet wie: allgemein verbreitet,
verständlich) übersetzt und damit der
breiten
„Masse“ zugänglich gemacht hat.
Wir
sollten wieder zu diesen Quellen zurückkehren
und die Bibel vielleicht neu und ohne Vorbehalte, unvoreingenommen und
weit
entfernt von der Politik (auch kirchlicher) lesen und reflektieren.
Und sie dann aber auch ins Alltägliche, in die
Sprache des Alltags übersetzen, in die Sprache der
menschlichen und der
tierischen Lebewesen. Die Bibel wurde ja für beide verfasst
und für beide
Spezies ist in ihr die „Frohbotschaft“ zu finden.
Man
kann Legenden prinzipiell missachten, weil sie
nicht fähig sind, die Kritik eines historischen
Instrumentariums stand zu
halten.
Allerdings muss man ihnen doch zugestehen, dass sie auch
im außerkirchlichen Bereich als nichtbeglaubigte Berichte
oder unwahrscheinliche
Geschichten oft zu den wirkungsvollsten (moralisch-didaktischen)
Erzählungen
wurden. Zu den Geschichten, die nicht nur im Rationalen
gründen, sondern
vielmehr eine
sensiblere Seite der
menschlichen Seele ansprechen und sie auch thematisieren (verarbeiten).
Mythen,
die Generationen begleitet und gebildet haben und damit durchaus
wichtige
Komponenten der jeweiligen Kulturen sind.
Die
Legende vom heiligen Hieronymus und seiner
Begegnung mit einem Löwen gehört bestimmt zu solchen,
denen man Aufmerksamkeit schenken
sollte:
Da
kam eines Tages ein Löwe an die Kirchenpforte,
der hinkte auf einem Bein und stieß ein klägliches
Geschrei aus; nicht wie ein
Löwe brüllte er, sondern er miaute wie eine Katze.
Die Mönche gaben Fersengeld,
als sie ihn sahen. Sankt Hieronymus aber ging zu ihm. Da reichte der
Löwe ihm
die linke Vordertatze und Sankt Hieronymus sah, dass ein Dorn darin
steckte.
Den zog er heraus und verband den Fuß des Löwen mit
einem Fetzen, den er von
seinem Mantel gerissen hatte. Seitdem wich der Löwe nicht mehr
von seiner
Seite.
Durch
diese Begebenheit kam es zu einer
Lebensgemeinschaft, zu einer ungezwungenen Gemeinschaft zwischen dem
menschlichen und dem tierischen Lebewesen.
Beide stark, beide frei und selbstbewusst, sich
ihrer Stärke und Würde bewusst und voneinander
unabhängig. Es kam zu einer
Gemeinschaft, zu einer Begegnung auf der
gleichen Augenhöhe, auf einer Ebene auf der sich
Mensch und Tier mit
Respekt und Ehrfurcht begegnen können.
Die
Geschichte begann in dem Moment, in dem das
menschliche Lebewesen in dem tierischen Lebewesen zunächst
keine Bedrohung bzw.
keine Sache oder keinen ‚Nutzgegenstand’
sah, sondern ein fühlendes und leidendes Lebewesen wahrnahm.
So fängt jede sinnvolle Initiative an, egal welcher
Art, die der Tierwelt tatsächlich und nachhaltig einen guten
Dienst erweisen
will.
Der Mensch muss zunächst erkennen, dass Tiere keine
Bedrohung darstellen, aber auch nicht zu
„Nutztieren“ (im direkten und tieferen
Sinne des Wortes) reduziert werden dürfen, sondern dass sie
leidens- und
liebensfähige Wesen sind, dass sie Träume und
Ängste haben und der Wunsch nach
Leben und Überleben in ihnen genauso lebendig ist wie in uns
Menschen.
Sie sind nicht da, um uns zu dienen, sondern wurden
zur Gemeinschaft mit uns erschaffen. Wo der Wunsch zum
„Dienen“ da ist, da darf
er nur auf wahrer Freundschaft basieren, auf freier Entscheidung, denn
nur dann
heißt es nicht mehr dienen. Es muss eine Begegnung auf der gleichen Augenhöhe
bleiben.
An
all das erinnert der heilige Hieronymus und daher
wird er uns auf unseren seelsorgerlichen Wegen begleiten. Dazu haben
wir herzlich
eingeladen und seine Geschichte sollte uns auch im Dienst an unseren
Schöpfungsgeschwistern als Vorbild dienen.
mehr
über den heiligen Hieronymus: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienH/Hieronymus.htm